…man möge mir meine drastische Überschrift verzeihen, aber langsam bleibt mir nichts anderes übrig. Ich als Kölnerin spreche natürlich von dem schrecklichen Einsturz der Häuser in der Severinsstrasse. Nach dem Schock und der Trauer folgt jetzt Zorn. Da wurden höchstwahrscheinlich 2 junge Männer verschüttet und etliche Menschen (lt. KSTA 111) sind obdachlos geworden und haben komplett ihr Hab und Gut verloren. Und worüber ist zu mehr als 90 % die Rede und worüber macht man sich die allergrößten Sorgen? Nicht um die Verschütteten, nein um Papier und Dokumente. Sicherlich sehr sehr wertvoll und unwiederbringlich, aber das Leben der beiden – ist das weniger wertvoll, ist ihr Leben wiederbringlich? Und die vielen Anwohner, die alles verloren haben, ihre eigenen und für sie sicherlich sehr wertvollen Erinnerungsstücke, wer kümmert sich um die? Herr Schramma hat unbürokratische und sofortige Hilfe versprochen. Was haben die Leute bisher erhalten – ganze 250,– € und wenig hilfreiche Worte.
Ich habe in meinem Leben gelernt, Fehler einzugestehen und nach Möglichkeit wiedergutzumachen. Ich bekomme das K….., wenn ich höre, daß wieder mal im Prinzip keiner die Schuld hat. Vielleicht hat eine Maus im Keller gepupst und dann kam der Erdrutsch?
Soeben gab es wiedermal eine Pressekonferenz und weder die Leiterin des historischen Stadtarchivs, Frau Schmidt-Czaja, hat ein Wort des Mitgefühls über die Verschütteten gesagt, noch Herr Prof. Dr. Robert Fuchs, der allerdings in Tränen ausbrach, als er von einem eingeklemmten Buch berichtete, welches nicht geborgen werden konnte. Wie schrecklich mögen wohl die Verschütteten eingeklemmt sein?
Und dann würde mich brennend interessieren, was mit den Bauarbeitern, die zur Unglückszeit anwesend waren und sogar noch warnen konnten, passiert ist. Normalerweise werden doch Lebensretter gründlichst vorgestellt und geehrt, wussten die vielleicht mehr als andere, haben diese Leute schon vorher vielleicht bei Vorgesetzten Warnungen ausgesprochen? Sehr merkwürdig!!!
Alle Hochachtung vor all den Rettern, die alles und mehr geben, um doch noch zu den Verschütteten zu gelangen und die unter Einsatz ihres Lebens für einige Anwohner noch ein paar wichtige Dinge retten konnten.
Aber wie schon gesagt, bei vielem was dort passiert kommt mir einfach nur das Kotzen….